Die My Love.
Ein ruhiger Film, 4:3, gute Farben, schöne Körnung, angemessener Soundtrack. Schwierig finde ich die Rezeption. Die Kritiken sagen, in dem Film ginge es um postnatale Depression. In dem Film wird der Protagonistin Grace oft unterstellt, dass es hier schlecht ginge, weil sie ein Kind hätte und dass das ja hart wäre, obwohl das Kind das einzige ist, was für Grace funktioniert und Grace spricht es auch aus: »It's everything else that's fucked.« So sehe ich diesen Film auch: Ein Liebespaar, Grace und Jackson, er erbt ein Haus auf dem Land, in das beide aus der Großstadt ziehen. Der anfängliche Enthusiasmus ebbt schnell ab. Sie prallt mit ihren Bedürfnissen an seiner Alltagsperformance ab, verzweifelt und wird wütend. Sexualität wird in dem Film thematisiert, ohne pornografisch zu wirken. Grace spricht Jackson immer wieder darauf an, dass sie gern mehr Sex hätte, er sagt immer wieder, dass diese Bedürfnisse albern sind oder aber dass er das ja auch will und dann kommt ein Aber. Der Film wirkt dabei oft leicht surreal, die plötzlichen Autoaggressionen aber auch die Gewalt wirkt durch das sehr gute Schauspiel. Erzählerisch wenig anfangen konnte ich mit dem nächtlichen Nebenplot.
#filmkritik